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Wahlplakate mit sexistischer Botschaft verunstaltet

Wahlplakate mit sexistischer Botschaft verunstaltet

Eine unbekannte Täterschaft verunstaltete in der Nacht auf Mittwoch in zahlreichen Gemeinden Wahlplakate der Ständeratskandidatin Susanne Vincenz-Stauffacher mit sexistischen Hassbotschaften. Partei und Kandidatin machten aus der Not eine Tugend: Seit dem frühen Nachmittag ist auf den Plakaten neu «Huere Guet» zu lesen. Ob die Sachbeschädigung und die Ehrverletzung zur Anzeige gebracht werden, wird zu einem späteren Zeitpunkt entschieden. Aktuell steht sowohl für die Partei als auch die Kandidatin der Abschluss eines intensiven und sehr positiven Wahlkampfs im Zentrum.

Partei und Kandidatin reagieren mit kreativer Aktion auf systematische Hasskampagne

In der Nacht auf Mittwoch wurden Wahlplakate von Susanne Vincenz-Stauffacher in Gossau, Andwil, Waldkirch, Steinach, Goldach, Rorschach, Rorschacherberg und Staad mit sexistischen Hassbotschaften verunstaltet. Eine unbekannte Täterschaft sprühte auf besagte Wahlplakate – teilweise mehrfach – das Wort «Hure».  Sah es zunächst nach einem geschmacklosen Einzelfall aus, stellte sich im Verlauf des Vormittags heraus, dass die Aktion offenbar systematisch geplant wurde und die Täterschaft aus mehreren Personen besteht. Letztere Feststellung beruht auf der Beobachtung unterschiedlicher Schriftbilder.

Debattieren statt Randalieren

«Unterschiedliche Ansichten, Meinungen und politische Präferenzen machen unsere Demokratie aus. Ein sexistisches Verhalten ist aber unwürdig und respektlos – Hass gehört nicht zu einer politischen Auseinandersetzung», kommentierte Susanne Vincenz-Stauffacher die Kampagne und schob nach: «Ich sage: Debattieren statt Randalieren!». Die Partei klassifiziert die Hasskampagne als eine der Demokratie unwürdige politische Unkultur. Nachdem eine Strafanzeige am Vormittag noch ausgeschlossen wurde, stellen die FDP und die Kandidatin in Aussicht, die Sachbeschädigung und Ehrverletzung allenfalls zu einem späteren Zeitpunkt zur Anzeige zu bringen. «Bis am Sonntag möchte ich mich nun aber auf den bisher sehr positiven Wahlkampf konzentrieren. Das zählt aktuell.»

«Huere Guet»

Vertreter der FDP sowie Familienmitglieder haben aus der Not kurzerhand eine Tugend gemacht und die Botschaft auf den verunstalteten Plakaten ergänzt: «Huere Guet» steht nun geschrieben. Die Idee kam aus den Kreisen der Unterstützer, die auf Facebook ihrem Unverständnis gegenüber der Hasskampagne Ausdruck verliehen haben.

Wildplakatierung ist Freiwilligenarbeit

Ein Austauschen aller Plakate ist indes nicht möglich. Abgesehen davon, dass der Druck von Ersatzplakaten in so kurzer Zeit nicht möglich ist, wird die Wildplakatierung an Abenden und Wochenenden durch die Ortsparteien von Freiwilligen durchgeführt. Auf Knopfdruck ist es deshalb verständlicherweise nicht möglich, die gesamte Logistik hochzufahren und die Freiwilligen zu finden. Der Ortsparteipräsident von Wittenbach, Adrian Schumacher, machte seinem Ärger auf Facebook Luft: «Respektlos, und zwar nicht ‹nur› gegenüber der Kandidatin, sondern auch gegenüber den zahllosen Freiwilligen, die sich in ihrer Freizeit für eine starke Persönlichkeit engagieren, unter anderem, indem sie Plakate aufstellen.»

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